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FC Gerolsbach „empfängt das neue Jahr“

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Von Hubert Buxeder

Viele lobende Worte fanden die beiden Vorsitzenden des FC Gerolsbach, Heiko Krabbe und Achim Waßer, beim Neujahresempfang des FC Gerolsbach vom 21. Januar 2018. Auf authentische und lockere Art spielte man sich über die gesamte Dauer die Redebälle zu und konnte so auch die ein oder anderen kritischen Töne auf recht unkomplizierte Weise an den Mann bringen. Im Mittelpunkt stand das Ehrenamt, was sich auch durch den wertschätzenden Besuch des BLSV-Kreisvorsitzenden Hr. Hiereth untermauert wurde.

Die gesamte Rede zum Neujahresempfang findet sich auf Grund des regen Interesses wie schon im Vorjahr am Ende des Artikels.

Nach der Begrüßung des BLSV-Kreisvorstands, des 1. Bürgermeisters Martin Seitz, der 2. Bürgermeisterin Gerti Schwertfirm, des Altbürgermeisters, der Gemeinderäte und Ehrenvorstände sowie der Sponsoren und Gönner des Vereins und den anwesenden Ehrenamtlichen, erläuterten Heiko Krabbe und Achim Waßer die Bedeutung des mannschaftlich gewählten Leitspruchs im Herrenfußball „nur mit’nand“ für den gesamten Verein. Denn nur gemeinsam lässt sich ein Verein wie der FC Gerolsbach in einer solchen Größenordnung führen, ordnen und entwickeln.

Als Botschafter des Vereins treten dabei vor allem wieder die Ehrenamtlichen in den Vordergrund, die den Sinn und Zweck des Vereins in der Öffentlichkeit repräsentieren. Und auch den dahinter stehenden Familien gebühre großes Lob, Dank und Respekt. Denn es ist gerade in Zeiten wie diesen nicht mehr selbstverständlich, Freizeit und Familienleben für den Dienst an der Gemeinschaft zumindest teilweise hinten anzustellen.

Im Rückblick auf die 3 großen Wünsche bei Amtsantritt der neuen Vereinsriege, wurde dann hinsichtlich der gewünschten Arbeitsgruppe „Alt für Jung“ festgestellt, dass es nicht so einfach sei, ein derartiges Modell zu etablieren. Vielleich auch deshalb, weil die aktuellen Ehrenamtlichen einem wachsenden gesellschaftlichen Anspruch gegenüberstehen. Ein moderner Sportverein würde schließlich immer mehr mit einem professionellen Fitness-Studio verglichen. Dass dieser Vergleich hinkt, wurde von den beiden Rednern sehr schön und überzeugend herausgearbeitet. Im Rahmen der anstehenden Jahreshauptversammlung wolle man gemeinsam mit den Mitgliedern die Diskussion erneut anstoßen. Bereits jetzt ist klar, dass sich ein überwiegender Teil der aktuellen Vorstandschaft zur Wiederwahl stellen wird.  

Nach den Ehrungen, die dieses Mal besonders schön in den Mittelpunkt gerückt wurden, durften sich die anwesenden Gäste nach ca. 1 Stunde dem wunderbaren Buffet zuwenden. Ein besonderer Dank gilt dem Küchenteam um Brigitte Ostermeier und Petra Domes.

#Foto Ehrungen#  Ehrungen von Verein und Verband wurden erteilt für 30 Jahre Übungsleitung (Resi Schaipp), 25 Jahre Kassenprüfung (Rudi Lachner), 20 Jahre Übungsleitung (Ute Mursch), 15 Jahre Kassier und Jugendarbeit (Harald Gräf), 10-jährige Vereinsjubiläen (Petra Domes für Küchenteam; Peter Lindner für Mädchen und Damen-Teams; Brigitte Ostermeier für Gaststätte und u.a. Damenleitung; Sepp Reichart für Nordik-Walking; Miriam Regau für Skigymnastik und Übungsleitung; Michaela Schaipp (erhielt auch eine BLSV Ehrung Ehrennadel mit Kranz in Bronze für Verdienste im Sport) für 2. Beisitzerin und im Vereinsausschuss, davor Damenfußball; Elisabeth Schmid für Grillen, Katering und wertvolle Arbeit als Chronistin; Ernst Sengotta für Taekwondo TKD Schule und Qi Gong sowie 4 Jahre 1. Vorsitzender und Förderer des Breitensports), 40-jährige Auszeichnungen (Johann Heinzelmeier, Rudi Lachner, Josef Schenk, Winter Ben)

Rede der beiden Vorsitzenden Heiko Krabbe und Achim Waßer beim Neujahrsempfang vom 21.8.2018:

Neujahrsempfang FC Gerolsbach, 21.01.2018

 

Heiko:

Der Neujahrsempfang ist die die gute Sitte und der Anlass, das Ehrenamt und unsere zahlreich ehrenamtlich Arbeitenden einmal im Jahr in den Mittelpunkt zu stellen und ihr Wirken, ihre Arbeit umfassend zu würdigen und mit großem Respekt allen ein „dickes Dankeschön“ für das Geleistete auszusprechen.

Denn das Vereinsleben geht nicht ohne euch – es geht „nur mitnand“.

FCG-Trikot mit Spruch zeigen

Achim:

Wie viele von euch wissen, ist dieses Motto seit einigen Jahren der Leitspruch unserer Fußball-Seniorenmannschaften. Dieses Motto ist von den Spielern sehr bewusst gewählt worden.

Warum hat dieses Motto so eine kraftvolle Aussage? Warum ist dies so wichtig im Fußball oder – weiter betrachtet – im Mannschaftssport?

Nun, im Mannschaftssport kann man nur als Team und Einheit so richtig punkten und gewinnen. Jeder ist auf den Einsatz des anderen angewiesen.

Man kann noch so leistungsstarke Einzelkämpfer und z.B. den Torjäger im Team haben. Er wird wenig ausrichten können oder – im Gegenteil – Chancen für die Mannschaft verhindern, wenn er egoistisch versucht, selbst den Ball auf´s Tor zu dreschen anstatt ihn einem vor dem Tor besser positionierten Mitspieler zuzupassen.

Hier kann man sicherlich viele weitere Beispiele nennen.

Dass die Idee des Miteinander wundervoll funktioniert, hat unsere Fußballmannschaft in der Saison 2016/2017 – der Meisterschaftssaison! – äußerst eindrucksvoll bewiesen. Man hat als Zuschauer schon deutlich gespürt und schließlich auch eindrucksvoll gesehen, dass da eine Einheit, eine Mannschaft auf dem Platz steht, die geschlossen den Titel will und bereit ist, diesen Einsatz dafür zu bringen. Wie wir alle wissen, konnte als Lohn dafür unsere erste Mannschaft frühzeitig den Titel gewinnen und den Aufstieg feiern.

Heiko:

„Nur miteinand“ – das zählt auch im übertragenen Sinn für das Ehrenamt, für jeden Verein, für uns im Verein, für uns beim FC Gerolsbach! Ihr, die ihr hier seid und alle, die sich für den FC Gerolsbach und seinem Sinn und Auftrag – Sport vor Ort in Gerolsbach – einsetzen und den Verein wirken und leben lassen – ihr lebt dieses „nur miteinand“ in einer größeren Dimension, denn ihr gemeinsam ermöglicht, dass unser Verein mit über 1200 Mitgliedern ein tolles Sportangebot vorhält und jeder nach seinen Vorlieben Sport betreiben und für seine Gesundheit und Wohlbefinden etwas machen kann.

Ihr stellt in eure Freizeit, eure Zeit, eure Arbeitskraft, euer Engagement in den Dienst unserer Mitglieder und der Gemeinschaft im Verein. Und dafür nehmt ihr in Kauf, dass auch mal eure Familien und andere Hobbies dafür in den Hintergrund treten. Dieser von euch erbrachte Einsatz für den Verein verlangt Respekt und Dank, denn ihr seid Vorbild, ihr seid der „Kitt“, der die Gemeinschaft des Vereins zusammenhält und den Verein z.B. auch erst so attraktiv macht! Also: ganz herzlichen Dank auch im Namen der gesamten Vorstandschaft und der Vereinsmitglieder für euren Dienst an der Gemeinschaft!

Hier nutze ich die Gelegenheit, um auch den Familien, den Frauen und Männern, eigenen Kindern hinter den Ehrenamtlichen dafür zu danken, dass sie unseren Ehrenamtlichen den Rücken freihalten oder auch einmal mehr auf ihren/ihre Liebste verzichten.

Ihr seid die Vorbilder des „miteinand“ auf Vereinsebene. Leider müssen wir feststellen, dass das „miteinand“ offensichtlich nicht von jedem so verstanden und gelebt wird. Auch beim FC Gerolsbach. Denn Ehrenamtliche wir ihr seid eine immer seltener werdende „Spezies“. Ehrenamtliche zu gewinnen ist deutlich schwieriger als noch vor einigen Jahren. Immer weniger scheinen sich vom „miteinand“ angesprochen.

Achim:

Das Prinzip des Vereins auf Gegenseitigkeit, das Wir, das Miteinander, das gegenseitig füreinander einstehen, das Gemeinsame und das „ich helfe dir, du hilfst mir“ geht seit Jahren in einem schleichendem Prozess verloren. Das „nur miteinand“ wird brüchig, wenn derart immer weniger Ehrenamtliche immer mehr Arbeit übernehmen und wenn Ehrenamtliche zugleich oft immer höheren Ansprüchen genügen müssen. Allgemein gesprochen, also auch bei anderen Sportvereinen ist tendenziell festzustellen:

  • Mitglieder sehen im Verein eher den Dienstleister für Sportangebote und erwarten dies als einseitige Bringschuld durch den Verein
  • Dabei soll der Verein/die Mitgliedschaft möglichst preiswert sein; geringe Beitragserhöhungen führen zu scharfen Diskussionen und zu Austritten. Somit auch fehlende Bindung zum Verein
  • Möglichst umfassendes, abwechslungsreiches Sportangebot
  • Möglichst regelmäßig und ganzjährig Trainings und Kurse angeboten werden.
  • Und das alles „bitteschön“ mit einem Servicepaket, das einem modernen Dienstleistungsunternehmen aus der freien Wirtschaft, z.B. einem Fitnessclub, gleichkommen soll.
  • Und schließlich und natürlich muss die Infrastruktur von Sportheim, Sportplätzen und Übungsräumen „bitteschön“ jederzeit tipptopp und einwandfrei in Ordnung sein.

Heiko:

Zum letztgenannten Punkt zwei Beispiele aus unserem Vereinsleben:

1) die Vorstandschaft rief die Mitglieder im Frühjahr 2017 zum Großputztag für das Vereinsheim und zu Instandhaltungsmaßnahmen rund um die Fußballplätze auf. Das Ergebnis war, dass an dem Tag von den ca. 30 Helfern ein ganz überwiegender Teil aus den Reihen der Vorstandschaft kam. Wir hätten an dem Tag auch eine beschlussfähige Vorstandsausschuss-Sitzung abhalten können. Ist das „miteinand“?

2) Die Arbeiten am Trainingsplatz zur Hangstabilisierung und Instandsetzung des Zauns waren zeitaufwändig und beschäftigte die Helfer im Spätsommer und Herbst 2017. Trotz mehrfacher Aufrufe zur Unterstützung trat der übliche „harte Kern“ der Ehrenamtlichen zu dieser Maßnahme regelmäßig an. Für sie gingen einige Samstage „drauf“! „Miteinand“ sieht anders aus!

Das führt mich zu einem meiner 3 Wünsche, die in dem grünen Wunsch-Päckchen aus dem letzten Jahr– viele kennen es ja bereits - enthalten sind. Leider ist es uns trotz einiger Versuche 2017 noch immer nicht gelungen, einen Trupp 60plus auf die Beine zu stellen, der regelmäßig nach dem Motto „Alt für Jung“ z.B. die Pflege von Vereinsheim und Sportplätze oder andere Tätigkeiten in der Verwaltung übernimmt. Was in anderen Vereinen mitunter seit Jahrzehnten hervorragend funktioniert, scheint in Gerolsbach als Idee zzt. nicht umsetzbar zu sein.

Achim:

Nun denn, insgesamt können wir im FC Gerolsbach ein Miteinander/ein „nur miteinand“ auf Vereinsebene in dem soeben geschilderten Sinn eingeschränkt feststellen. Und: ja, natürlich, sind dies typische und übliche Herausforderungen, denen wir uns in diesen Zeiten stellen müssen und für die wir Lösungen finden müssen. Das ist Teil unserer Aufgabe als Vereinsverantwortliche.

Andererseits möchte ich hier und heute an das „nur miteinand“ appellieren. Dies ist das Wesen des Vereins! Diesen Kern müssen wir uns bewahren; darauf hat jeder von uns im Verein selbst Einfluss!

Und noch ein bedeutender Aspekt in diesem Zusammenhang, den ich hier nur nennen, aber nicht weiter vertiefen möchte: Wenn uns die Ehrenamtlichen wegfallen, steigen die Kosten für die Arbeiten, die wir nun an Firmen vergeben müssen. Folge: steigende Kosten, steigende Mitgliedsbeiträge.

All das möchten und wollen wir als Verantwortliche verhindern. Wir müssen unsere Ehrenamtlichen vor Überlastung und Frust schützen und wir müssen mit unserem Geld haushalten und kostendeckend arbeiten. Und - das möchte ich heute schon ankündigen - werden wir seitens des Vorstands auf der anstehenden Jahreshauptversammlung im März ein Finanzierungs- bzw. Beitragsmodell vorschlagen. Details sind noch in Diskussion, daher noch nicht spruchreif.

Wir sind gespannt, zu welcher Lösung wir kommen und in wieweit dies umsetzbar ist. Gespannt sind wir natürlich auch darauf, wie die Versammlung entscheidet und wie die Mitglieder dies aufnehmen.

Heiko:

Nun zu einem anderen Punkt, der uns sehr freut: Wir bleiben als Vorstandschaft ganz überwiegend erhalten. Fast alle Mitglieder des Vorstandsausschusses, die im März ihre 2 Jahre im Amt abgeleistet haben, also die ersten und dritten ihres Amts, haben bereits jetzt ihre Bereitschaft zur Wiederwahl erklärt.

Auch Achim und ich sehen unseren Auftrag, den wir uns bei der Wahl als Vorstände vor knapp 2 Jahren gesetzt haben, nicht beendet. Daher möchten wir abschließend den Neujahrsempfang heute nutzen, euch mitzuteilen, dass wir uns jetzt im März zur Wiederwahl aufstellen werden, um den Verein 2 weitere Jahre zu lenken.

Achim:

Dies können wir nur mit euch gemeinsam schaffen. Mit euch Ehrenamtlichen. Mit euch Engagierten im Verein. Zusammen mit den Förderern und Sponsoren unseres FC Gerolsbach. Vielen Dank für das bereits Geleistete im vergangenen Jahr! Und vielen Dank für das, was ihr 2018 für den Verein gebt und bereit seid zu geben!

In diesem Sinne wünsche ich euch und uns für das Jahr 2018 alles Gute, Gesundheit, Erfolg, Optimismus und stets Freude!